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Kosten eines Sky-Bundesliga-Abos können als Werbungskosten anzuerkennen sein

10. Juli 2019

Die Aufwendungen eines Fußballtrainers für ein Sky-Bundesliga-Abo können Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit sein, wenn tatsächlich eine berufliche Verwendung vorliegt. Der Stpfl. war Co-Trainer der U 23-Mannschaft des M und ist seit Juli 2012 Torwarttrainer der Lizenzmannschaft. Für ein Abonnement des Pay-TV-Senders „Sky“ wandte er monatlich 46,90 € auf; der Betrag setzte sich zusammen aus den Paketen „Fußball Bundesliga“, „Sport“ und „Sky Welt“. In der Einkommensteuererklärung begehrte der Stpfl. den Abzug des Anteils, der auf das Fußballpaket entfalle, als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit. Finanzamt und ebenso Finanzgericht verwehrten den Werbungskostenabzug.


Der Bundesfinanzhof schloss in dem Urteil vom 16.1.2019 (Aktenzeichen VI R 24/16) dagegen den Werbungskosten nicht aus und verwies die Sache zurück an das Finanzgericht, damit weitere Feststellungen getroffen werden können. Bei Gegenständen, die auch im Rahmen der allgemeinen Lebensführung genutzt werden können, ist für die Einordnung als Arbeitsmittel der tatsächliche Verwendungszweck im Einzelfall maßgeblich. Die Güter müssen ausschließlich oder zumindest weitaus überwiegend beruflich genutzt werden. Eine geringfügige private Mitbenutzung ist unschädlich. Ob diese Voraussetzungen vorliegen, ist unter Würdigung aller Umstände nach der Funktion des Wirtschaftsguts im Einzelfall festzustellen. Zu dieser Frage fehlen aber im Streitfall Feststellungen des Finanzgerichts, was nun nachzuholen ist. Entscheidend für den Bundesfinanzhof war, dass das vorliegend zu beurteilende Sky-Bundesliga-Abonnement ein speziell auf die beruflichen Bedürfnisse des Stpfl. zugeschnittenes Programm anbietet und sich damit z.B. von einer Tageszeitung unterscheidet, die über ein breit gefächertes Spektrum über Themen aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Sport und anderen Bereichen berichtet.


Hinweis:


Grundsätzlich vertritt die Finanzrechtsprechung in solchen Fällen eine restriktive Sichtweise.

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